Märchenhaft! Traumlocations für den Tag der Tage.
Vom Best Shot zum Top Spot.

 

Wenn alle Zeichen auf Liebe stehen, wünschen sich viele Paare einen ganz besonderen Ort für ihre Hochzeit.

In diesem barocken Prachtbau ist die Stadtverwaltung von Füssen untergebracht. Und das Äußere hält auch im Innern, was es verspricht. Anstatt förmlicher Amtsstuben bietet das ehemalige Benediktinerkloster Sankt Mang glanzvolle Säle für das Ja-Wort. Außergewöhnliche und romantische Orte für die standesamtliche Trauung sind heute mehr denn je gefragt. Denn: Immer mehr Paare verzichten auf eine Hochzeit in der Kirche, die früher gerne die oft prachtvolle Kulisse für die Zeremonie geboten hat.

Der Leiter des Standesamtes, Andreas Rösel, zeigt stolz die Klosterbibliothek im Museum der Stadt Füssen. Hier kann zwar nicht geheiratet werden, dafür dürfen Brautpaare während der Öffnungszeiten gerne Fotos machen. Einem kirchlichen Ambiente steht das barocke Juwel in nichts nach. Rösel und seine Kollegen verstehen sich als Dienstleister, die nicht nur inhaltlich eine schöne Trauung gestalten, sondern auch ein feierliches Ambiente bieten wollen.

Ganz so einfach ist das nicht, denn in Deutschland gibt es einige Vorgaben, damit ein Raum überhaupt als Trauzimmer gewidmet werden kann. Über die Jahre hat Füssen aber ganz besondere Orte dafür ausgewiesen. „Dann kann man das Heiraten in einem außergewöhnlichen Trauraum auch gleich mit Flitterwochen an einem besonders schönen Ort verbinden. Es gibt genügend historische Gebäude in Deutschland, in denen Paare heiraten können, aber Drumherum ist es einfach nicht so schön wie hier mit den Bergen und Seen“, findet Standesbeamter Rösel. Mal sehen, ob er Recht hat …

Hier die schönsten Hochzeitslocations in Füssen

 

1. Prunkvoll: Der Kaisersaal

… ein absolut prestigeträchtiger Ort für eine Trauung. Der Saal aus dem 18. Jahrhundert ist das Herzstück der Anlage. Die Malereien zeigen das Kloster als Hort der Künste und Wissenschaften und demonstrieren das politische Anliegen der Benediktiner, Reichsstift zu werden. Heute wird der Saal für kulturelle Veranstaltungen genutzt, wie unter anderem für die bekannten Kaisersaalkonzerte. Auch wer weniger als die 120 Sitzplätze mit seinen Gästen füllt, darf hier an festen Terminen heiraten. Andreas Rösel saß auch schon alleine mit einem Brautpaar in dem großen Saal.

2. Trau Dich! Das Colloquium

In diesem Raum lasen, studierten und versammelten sich die Mönche. Er wurde um 1720 von einem Kemptener Hofmaler aufwändig ausgestattet und von italienischen Wanderarbeitern stuckiert. Oben ist der Füssener Stadtpatron und Apostel des Allgäus, der heilige Magnus, zu sehen und flüstert Brautpaaren vielleicht ein bisschen Mut zu. Von hier blickt man auf den Lech, den grünen Wilden der Stadt, und in Richtung Lechfall. Einer Legende nach soll Magnus auf der Flucht vor wilden Tieren oder Heiden mit einem kühnen Sprung über die dortige Schlucht gesprungen sein und dabei einen tiefen Fußabdruck im Felsen hinterlassen haben. Magnus lebte vermutlich als Einsiedler in Füssen. Wo er seine Zelle hatte, wurde um 840 das Kloster gegründet.
Auch für Trauungen im Colloquium gibt es feste Termine und sogar die Möglichkeit, sich bei beginnender Dämmerung bei Kerzenschein zu vermählen. Candlelight-Trauung heißt das beim Standesamt Füssen. Und obwohl die zwei bis drei Termine im Jahr außerhalb der offiziellen Arbeitszeiten des Rathauses stattfinden, „streiten“ sich die Standesbeamten regelrecht um die Trauungen, erzählt Andreas Rösel. „Diese Trauungen hier sind einfach sehr romantisch, auch für einen selbst als Standesbeamter.“
Neben dem Kaisersaal und dem Colloquium kann auch im historischen Trausaal geheiratet werden.

3. Alles nur Blendwerk! Die Veitskapelle im Hohen Schloss

Wer sich auf ewig bindet, sollte genau hinsehen. Die Illusionsmalerei an den Innenhoffassaden des Hohen Schlosses über der Stadt demonstrieren eindrucksvoll, wie die perfekte Täuschung gelingt. Einst war das Schloss im spätgotischen Stil die Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Augsburg. Heute beherbergen die Räume eine Filiale der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit Tafelbildern und

Skulpturen aus dem 15. und 16. Jahrhundert sowie Gemälde aus der Zeit der Spätromantik wie u.a. „Die Wache“ von Carl Spitzweg. Zur Anlage gehört auch die Veitskapelle. Sie gilt als höchstgelegene Schlosskapelle Deutschlands – und auch hier sind Brautpaare für eine standesamtliche Trauung willkommen.

4. Königlich: Schloss Neuschwanstein

Okay, diese Location kann man leider nicht für eine Trauung mieten, aber für ein ganz besonderes Hochzeitsfoto gibt es wahrscheinlich keinen schöneren Hintergrund als das Märchenschloss von Bayernkönig Ludwig II. Die Wiese liegt hinter Hohenschwangau und ist nur ein paar Minuten von Füssen entfernt. Der König selbst übrigens war nie verheiratet, nur kurzzeitig verlobt – mit seiner Cousine Sophie.

Die Vorbereitungen für die königliche Hochzeit liefen auf Hochtouren, sogar das kostbare Porzellan gab es schon. Doch dann bekam der König kalte Füße und löste die Verlobung – was für ein Skandal! Seine Begründung: Er fühle sich nur geistig-intellektuell mit Sophie verbunden.

5. Schmuckstück: Schloss Bullachberg


Den Blick auf Neuschwanstein aber können Hochzeitspaare trotzdem mit einer standesamtlichen Trauung verbinden. Schloss Bullachberg liegt nur einen Kilometer von den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau entfernt auf einer Anhöhe. Zwei der historischen Räume sind seit 2014 eine „Außenstelle“ des Standesamtes Füssen. Zu festen Terminen können sich Brautpaare im Salon Ludwig und in der Bibliothek Sissi trauen lassen. Für 2019 gibt es noch die Gelegenheit für eine Winterhochzeit, alle anderen Daten sind bereits ausgebucht.

Schloss Bullachberg ist ein Kleinod. Schon der Weg hinauf bietet wunderschöne Ausblicke auf die Allgäuer und Ammergauer Alpen sowie in das hier sehr flache Alpenvorland. Das historische Anwesen im Jugendstil ist mit viel Feingefühl von der heutigen Besitzerin Elisabeth von Elmenau restauriert worden, die es 2012 erwarb. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits seit 20 Jahren leer. Für ihr Engagement bei der Restaurierung bekam sie den Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung. Gebaut wurde das Schloss 1904 nach den Plänen von Eugen Drollinger, dem letzten Baumeister

König Ludwigs II. Es diente dem Unternehmer Emil Papenhagen als Sommersitz, der es später an Rafael Prinz von Thurn und Taxis veräußerte. Bis in die 1990er blieb es im Besitz dieser Familie.

6. Festlich: Ludwigs Festspielhaus

Ebenfalls ein großartiger Logenplatz mit Blick auf das Märchenschloss Neuschwanstein. Auf der Dachterrasse neben dem Musicaltheater können sich Paare in freier Zeremonie trauen lassen und danach gleich im Panoramarestaurant oder in einem der anderen Räume feiern und festlich speisen. Küchenchef Tom Rösgen ist seit über 27 Jahren begeisterter Koch. Mit seinem Team zaubert er saisonale Gerichte für die Gäste. Pro Jahr finden hier um die 70 Hochzeiten statt. Für 2020 sind schon fast alle Termine gebucht.

Mit etwas Glück glühen vor lauter Feiern nicht nur die Wangen der frisch Vermählten, sondern auch die felsigen Berge gegenüber vom Forggensee … mehr Romantik geht wirklich nicht!

Extratipp:

Einige Hotels in Füssen bieten ein besonders romantisches Ambiente für die Hochzeitsnacht, für die Flitterwochen und für ein Festessen, wie z.B. das Hotel Hirsch in der Altstadt. Von der Dachterrasse haben Hotelgäste einen wunderschönen Blick auf das Hohe Schloss und die gotischen Häuserfassaden der Füssener Altstadt – der ideale Ort für ein Tête-à-Tête ohne Zaungäste.