Erste Reihe am See

Anderszeit-Gastgeber Camping Hopfensee

Wer bekommt bei diesem Anblick keine Lust auf Urlaub? Kristallklares Wasser, idyllische Badebuchten eingebettet zwischen Schilf, Wiesen und Wald und ein 180-Grad-Panoramablick auf die Allgäuer und Ammergauer Alpen – der Hopfensee bei Füssen ist einfach ein Traumort!

 

Dass es direkt am Seeufer einen Top-Campingplatz gibt, hat sich unter Campern und Wohnmobilisten längst herumgesprochen. Gut geschützt hinter Hecken liegt am Ostufer das neun Hektar große Gelände des Fünf-Sterne-Superior Camping Hopfensee. Hier ist Platz für circa 370 Caravans und Wohnmobile. Unter großen Bäumen, auf einer Anhöhe oder mit Blick auf den See und die Berge – jeder Stellplatz hat seinen eigenen Charakter und die Gäste haben den unterschiedlichen „Straßen“ dazwischen Namen gegeben wie „Sonnenplateau“, „Schlossallee“, „Schattengasse“ oder „Königsplatz“. Jedes Parzelle hat einen eigenem Wasser- und Abwasseranschluss sowie Kabel-TV und ist 80 bis 100 Quadratmetern groß – so haben die Urlauber genügend Freiraum für sich und kommen den Nachbarn nicht in die Quere. Auch vier Ferienhäuser und eine Ferienwohnung können gemietet werden.

© Camping Hopfensee

 

Der Campingplatz am Hopfensee ist eine kleine Welt für sich. Ein Dorf auf Zeit – mit dem Angebot einer Stadt. Großzügige Sanitäranlagen, Hallen- und Kinderbad, ein großes Spielhaus und ein „Zwergerlpavillon“, ein Kindergarten, ein eigenes Kino, ein „Zockerraum“ für Jugendliche, ein Fitnessraum, ein Tennis- und Bolzplatz, der im Winter mit Kunsteis zum Schlittschuhlaufen überzogen wird, ein Restaurant und einen Schlepplift für die platzeigenen Skikurse am benachbarten Rodelhang – hier gibt es mehr, als Campingliebhaber während eines Urlaubs nutzen können.

Überraschend luxuriös ist die große Wellness- und Kurabteilung, deren Ausstattung mit der landläufigen Vorstellung von Campen wenig gemein hat. Mit seinem Angebot an ayurvedischen Massagen, Heukraxenofen, Rasul, Dampfbad im Regenbogenlicht, Orangen-Öl-Peeling oder Phönix-Bad kann es der Betrieb ganz entspannt mit einem sehr guten Wellnesshotel aufnehmen.

Die Liste der Auszeichnungen ist entsprechend lang: Seit der ADAC 1982 erstmals die besten Campingplätze in Europa als „Superplätze“ kürte, ist der Camping Hopfensee dabei – als einzige Anlage in ununterbrochener Reihenfolge. 2021 bekam sie als erster Campingplatz in Deutschland den Zusatz „Fünf Sterne Superior“. Als Mitglied im Zusammenschluss „Leading Campings“ gehört der Platz zur europaweiten Spitze und beim Online-Campingführer „camping.info“ ist er aufgrund der vielen positiven Bewertungen seit Jahren unter den TOP 100 der beliebtesten Campingplätze in Europa.

Wer hier während der sommerlichen Hauptsaison einen Stellplatz haben will, sollte deshalb früh buchen. Denn wer einmal hier war, kommt immer wieder. Viele Gäste reservieren schon bei Abreise für die Ferienzeiten im nächsten Jahr. „Wir haben eine Flut an Anfragen. Doch bei uns sind 85 bis 90 Prozent Wiederkehrer“ schätzt Dana Samer, die zusammen mit ihren Geschwistern Aylin Eisenschmid und Silvan Mayr-Zacek den Campingplatz führt. „Viele kommen schon seit mehreren Generationen. Unser ältester Stammgast ist 95 und macht schon seit 40 Jahren bei uns Urlaub, immer auf Platz 303″, ergänzt Silvan. Ihr Geheimrezept? „Für uns ist der persönliche Kontakt sehr wichtig. Ich glaube, das zeichnet uns aus, dass die Gäste so offen zu uns sind. Bei vielen ist eine große Vertrautheit zu uns da“, meint Dana Samer.

 

„Das Miteinander und das Familiäre auf dem Platz ist für uns wie nach Hause kommen“, erzählen Anita und Stefan Thiel aus Offingen und sie sind nicht die einzigen, die das so empfinden. Bei ihrem ersten Besuch mit Stefan Thiels Eltern verliebten sie sich spontan ins Campen – und in den Platz. Vor drei Jahren hat sich das Paar mit ihren beiden Söhnen selbst einen Wohnwagen zugelegt und ist bereits zum 13. Mal da. „Wir kommen zu jeder Jahreszeit. Schlechtes Wetter spielt hier keine Rolle. Es wird so viel angeboten, dass wir gar nicht vom Platz müssten.“ Doch die vier wollen auch das nutzen, was es direkt vor dem Campingplatz zu erleben gibt und bringen alles mit, was das Camperleben am See noch schöner macht: Stand-Up-Paddleboards, Bollerwagen für den Strand, Fahrräder, Anhänger und ein Boot für Stefan, um zum Fischen raus zu fahren. „Und wenn’s regnet, dann geh ich mit meinem Bruder ins Spielhaus, ins Schwimmbad oder ins Kino. Oder wir hocken uns in den Wohnwagen und gucken hier was an“, meint der 10-jährige Leon. Er freut sich schon auf die nächsten Ferien, für die seine Eltern wieder den „Königsplatz“ gebucht haben.

 

Ein paar Straßen weiter, direkt am Durchgang zum Hopfensee, frühstückt Familie Kempf aus Viernheim. Sven Kempf kennt den Campingplatz schon seit seinem sechsten Lebensjahr und brachte später seine Frau und die Kinder auf den Geschmack. Oster-, Herbst- und Winterferien – 80 Prozent ihrer Urlaubszeit verbringt die Familie am Hopfensee, dieses Mal sind sie erstmals auch im Sommer hier. „Das ist für uns wie ein zweites Zuhause und die Kinder wollen auch gar nicht woanders hin. Hier ist alles sehr persönlich und das macht einen großen Unterschied“, meint Sven. Und Sohn Dominik findet es super, dass „Buddy“, der Familienhund, immer mit dabei sein kann. Vor allem gefällt ihm das Wintercamping, wenn es richtig viel Schnee hat. „Da kann ich dann eine Schneeballschlacht mit meinen Freunden machen oder zum Schlittschuhlaufen, das ist cool.“ Einmal war der Wohnwagen sogar komplett zugeschneit und die Kempfs mussten ihn morgens erst frei schaufeln, um aus dem Fenster schauen zu können.

Die Geschwister Dana, Aylin und Silvan sind quasi auf dem Platz aufgewachsen. Viele der Gäste kennen sie von klein auf, so wie Sven Kempf. „Wir hatten eine super freie Kindheit. Der Campingplatz war für uns eine einzige große Spielfläche. Wir konnten die ganzen Einrichtungen nutzen und vom Kellner bis zur Rezeptionistin kannte uns hier jeder“, schwärmen die drei von dieser Zeit. In ihrem Zuhause direkt oberhalb des Campingplatzes waren sie in den Ferien selten. Sie frühstückten, kochten und übernachteten bei ihren neuen oder schon bekannten Urlaubsfreunden im Wohnwagen. Manche der Freundschaften bestehen bis heute und viele der Kinder von damals kommen jetzt als Erwachsene mit ihrer eigenen Familie wieder auf den Campingplatz.

 

 

Im Jugendalter arbeiteten die Geschwister dann schon im Betrieb ihrer Großeltern mit. Mal machten sie die Aufsicht im Spielhaus, dann waren sie an der Rezeption oder in der Kurabteilung im Einsatz. Jeder hat schon einmal alle Bereiche durchlaufen. Dass sie die Campinganlage einmal übernehmen würden, war aber eher ein Prozess als eine bewusste Entscheidung. Dana und Silvan absolvierten die Ausbildung zur Fachkraft für Freizeit und Tourismus – bei ihrer Großmutter als Ausbilderin. Dana sattelte das Studium zur Tourismusfachwirtin in München drauf, Silvan machte die Weiterbildung zum Campingmanager. Aylin arbeitete in der Kurabteilung und war so begeistert, dass sie die Physiotherapeutenschule besuchte.

Erst als die Geschwister ihre Ausbildungen abgeschlossen hatten, war ihnen klar, dass jeder seinen eigenen Bereich im Betrieb haben könnte. So entschieden sie sich, das Werk ihrer Großeltern Herta und Eduard Mayr fortzuführen und übernahmen den Betrieb 2017. Die Großeltern sind aber noch immer auf dem Platz präsent. Ab und an fahren sie mit dem kleinen Wagen durch die Reihen, halten einen kleinen Schwatz mit den Gästen und schauen, ob alles in Ordnung ist. Im Sommer regelt Eduard Mayr den Verkehr an der Einfahrt zum Campingplatz. Über 60 Jahre lang hat das Paar die Geschichte des Platzes geprägt. Er ist ihr Lebenswerk.

© Camping Hopfensee

Und so sah der Anfang aus: 1954 gründete die Mutter von Eduard Mayr den Campingplatz. Mitglieder der Münchner Ortsgruppe des Deutschen Camping-Clubs hatten nach einer gemähten Wiese am Hopfensee gefragt, um ein paar Zelte aufzustellen. Anfangs kamen die „Zeltler“ meist zum Fischen oder Paddeln. Die Saison startete an Pfingsten und ging in den Sommerferien weiter, sofern es nicht regnete. Bei nassem Wetter konnte die Saison auch mal nur drei Wochen lang sein, denn die Zelte hatten damals noch keinen Unterboden. „Das war dann Schlammbaden im großen Stil“, erzählt Herta Mayr, die mit ihrer Schwiegermutter 1960 einen kleinen Kiosk am Zeltplatz eröffnete, und ihr Mann ergänzt: „Da mussten wir schon sehr optimistisch sein, dass die Leute im nächsten Jahr wiederkommen.“ Doch sie kamen wieder – und immer mehr.

Als 1960 der erste Wohnwagen auf den Platz rollte, war das eine richtige Sensation, wie Herta Mayr sich noch genau erinnert: „Der Wagen gehörte einem Zahnarzt aus Saarbrücken, der mit seiner Familie Urlaub machen wollte. Das Gefährt war für die anderen Gäste so spannend, dass sie in Zweierreihen um den Wagen herumstanden, um hinein zu schauen. Das war schrecklich. Die Familie ist dann ziemlich schnell wieder weggefahren, um sich daheim Vorhänge für die Fenster zu nähen.“

© Camping Hopfensee

Außer dem See gab es lange Zeit keine Waschgelegenheit. Irgendwann diente eine freie Wasserleitung über einem ausgehöhlten Baumstamm zum Waschen. „Es gab keinen Kanal, keinen Wasseranschluss, keine Straße und keine Kläranlage“, erzählt Eduard Mayr. „Man konnte sich einen Campingplatz nicht genehmigen lassen, nur die Gebäude. So hat das Genehmigungsverfahren zehn Jahre gedauert. Innerhalb dieser Zeit wurde alles abgelehnt, was wir auf dem Gelände machen wollten.“ Doch die beiden blieben eisern: 1969 wurde aus dem Sommerplatz ein Ganzjahresplatz. So konnten die Gäste auch im Winter kommen und die zwei eigenen Schlepplifte am Hang hinter dem Campingplatz nutzen. Bis zu 13 Skilehrer brachten Gästen die ersten Schwünge bei. In den 1980er Jahren bauten die Mayrs eine eigene Kurabteilung, ebenfalls ein Novum in der damaligen Campingwelt. Dazu kam ein eigenes Hallenbad.

„Man muss ständig dranbleiben, weil sich die Bedürfnisse der Gäste fortlaufend ändern.“  Beim 43. Richtfest hat Herta Mayr aufgehört zu zählen, so viele Neu- und Umbauten gab es schon – und auch große Rückschläge. Zehn Tage vor der Fertigstellung brannte 1994 das neue Badehaus komplett nieder. Aufgeben war für das Paar aber nie eine Option. Jetzt sind sie stolz, dass ihre drei Enkel weiter machen und mittlerweile auch die beiden Schwiegerenkelsöhne mit eingestiegen sind.

 

„Unsere Großeltern haben uns wirklich ein solides Unternehmen hingestellt und es ist eine große Herausforderung, in diese Fußstapfen zu treten und den Platz weiter auf diesem Niveau zu halten“, meint Dana Samer, die im Betrieb die Fäden zusammenhält und sich unter anderem um die Personalplanung, die Buchhaltung, das Marketing und den Kontakt mit den Gästen auf dem Campingplatz kümmert. Jedes Jahr stehen neue Herausforderungen und Projekte an. „Wir haben einen extrem vielseitigen Beruf und eigentlich sind wir immer in der Lernphase. Wenn wir im November geschlossen haben, müssen wir zusammen überlegen, was wir ändern oder neu machen und wir werden plötzlich zu Innenarchitekten und Bauherren“, erzählt Silvan.

 

Außerhalb dieser Zeit hat jeder der Geschwister seinen ganz eigenen Bereich. Viele der Gäste finden es besonders, dass die drei sich so gut verstehen, für sie selbst ist es selbstverständlich. Gerade ist Silvan auf dem Weg zu Familie Kempf, die Hilfe beim Einstellen ihres Fernsehers braucht. Auch die vielen Kilometer Hecke, die um den Campingplatz und zwischen den Wohneinheiten wachsen, müssen laufend geschnitten werden. Austausch der Gasflaschen, Vorzelte der Gäste aufbauen, Schnee räumen, die Sanitäreinrichtungen und das Hallenbad pflegen, Lüftungen und Heizungen checken – ist Silvan an einer Ecke fertig, geht’s an der anderen schon weiter. Vom Landschaftsgärtner bis zum Klempner ist er der Mann für alles. „Ich glaube, auf einem anderen Campingplatz Urlaub zu machen, wäre schwierig für mich. Ständig würde mir was auffallen, was dringend gemacht werden sollte, da könnte ich mich nicht entspannen“, meint der Campingmanager und schmunzelt. Schwester Dana sieht das ähnlich, Aylin hingegen freut sich schon auf die ersten auswärtigen Campingerfahrungen mit ihrer kleinen Familie.

 

In der Kur- und Wellnessabteilung arbeitet Aylin mit ihrer Mutter Anja zusammen, die eine künstlerische Ader hat und die Vorlagen für die vielen Glasmalereien im Badehaus gezeichnet hat. Aylin hat sich nach ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin noch als Kneipp-Bademeisterin fortbilden lassen und bietet zusätzlich Wellnessmassagen, Manuelle Therapie, Dorn-Therapie, Fußreflexzonenmassagen und Lymphdrainage an. Die Gäste schätzen das vielfältige Angebot. Wer während der Hauptsaison einen Termin möchte, sollte den am besten schon vor  er Anreise vereinbaren. Zudem kümmert sich Aylin um die Social Media-Aktivitäten des Betriebs.

 

Viele der Campinggäste nutzen auch gerne das öffentliche Kneipp-Angebot im Ort. Füssen hat eine lange Tradition als Kneippkurort. In Hopfen am See gibt es wie in Weißensee und im Bad Faulenbacher Tal verschiedene Kneipp-Erlebnisstationen. So kann man sich entlang der Uferpromenade gleich an drei Kneipp-Tretbecken erfrischen, eines davon ist in eine auf dem See schwimmende Kneipp-Insel eingelassen. Carmen und Michael Linnebach aus Speyer gönnen sich gleich vor dem Campingplatz einen „Kneipp‘schen Espresso“ und einen Storchengang durchs Tretbecken. Gerne gehen sie auch zum Wandern, schauen sich die Schlösser an, probieren die Schwimmbäder in der Region aus und flanieren in Hopfen oder in der Altstadt von Füssen. Seit 12 Jahren kommen sie regelmäßig hierher: „Die Luft, die Ruhe und die Mischung aus Bergen und Wasser sind einfach großartig. Obwohl wir fast jede Ferien am Hopfensee sind, entdecken wir immer wieder etwas Neues. Wir haben uns wirklich ins Allgäu verliebt.“ Begeistert sind sie auch von den vielen Angeboten auf dem Campingplatz. So haben sie auch schon Yoga- und Meditationsstunden mitmacht und einen Wassergeist eingefangen. Was bitte? „Ja, das war ein Tipp im Wintermagazin des Campingplatzes. Da stand, dass man während der Raunächte einen Wassergeist einfangen und mit nach Hause nehmen soll. Wer ihn beim nächsten Urlaub wieder am Hopfensee frei lässt, dem würde der Geist einen Wunsch erfüllen.“

Viele Gäste wünschen sich bei diesem Anblick wahrscheinlich vor allem eines: bald wiederzukommen. Naturkino direkt vor der eigenen (Wohnwagen-)Türe. Ein Gläschen Wein oder ein Bier ans Ufer tragen und die Campingstühle Richtung Sonnenuntergang drehen – mehr Urlaub geht fast nicht, oder?